{"id":26,"date":"2014-11-15T12:33:13","date_gmt":"2014-11-15T10:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/friedenskoch-jalil.rhcloud.com\/?page_id=26"},"modified":"2014-11-15T12:33:13","modified_gmt":"2014-11-15T10:33:13","slug":"heimat","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/?page_id=26","title":{"rendered":"Biographie"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"western\" style=\"padding-left: 30px;\">&nbsp;<span style=\"color: #008000;\">Als Kind die Heimat verloren<\/span><\/h1>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Geboren wurde ich am 18. August 1936 in&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ramla\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Ramla<\/b><\/span><\/span><\/a><\/u><\/span><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">bei Jaffa, Pal\u00e4stina, (seit 1948 Israel) . Als ich sieben Jahre alt war, starb meine Mutter. Sie hinterlie\u00df au\u00dfer mir noch drei \u00e4ltere und zwei j\u00fcngere Geschwister. Daraufhin kam ich in das syrische Waisenhaus, ein von dem deutschen Missionar Schneller gegr\u00fcndetes Internat in Nazareth. In dem Jahre 1946\/47 nahmen die kriegerischen Handlungen zwischen den gut ausgebildeten und organisierten j\u00fcdischen Untergrundorganisationen und der arabischen Bev\u00f6lkerung zu. Unser Internat befand sich auf einem Berg&nbsp; gegen\u00fcber einem j\u00fcdischen Kibbuz (j\u00fcdische Kollektivsiedlung). Als sich die Lage weiter zuspitzte und unsere Schule mehrfach beschossen wurde, war der arabische Schulleiter gezwungen, die meisten Kinder nach Hause zu schicken. 14 Kinder, darunter ich, die aus den St\u00e4dten Lydda (Lod), Jaffa und Ramla stammten, konnten nicht nach Hause geschickt werden weil unsere Heimatst\u00e4dte stark umk\u00e4mpft waren und alle dahin f\u00fchrenden Stra\u00dfen unter Beschuss lagen. Also blieben wir noch eine Weile in Nazareth, bis der Direktor der Schule einen Lastwagen gemietet hatte. Der Lastwagen wurde mit einem Teil von seinem Haushalt beladen. Hinzu kamen f\u00fcr uns Kinder einige S\u00e4cke Lebensmittel, wie zum Beispiel Reis, Linsen, Kichererbsen, Zucker, Linde\u2019s Kaffee Ersatz (Muckefuck), 14 Matratzen und Wolldecken. Schlie\u00dflich durften wir alle auf den Lastwagen steigen. Pfarrer Daoud Haddad (sp\u00e4ter der erste arabischer Bischof der evangelisch \u2013 lutherische Gemeinde Jerusalem) begleitete uns als Beifahrer. Die Reise ging nach Beirut in den Libanon, weil der Bruder unseres Direktors dort lebte. Wir kamen die ersten 14 Tage bei befreundeten Familien des Bruders unter. In dieser Zeit wurde f\u00fcr uns ein Zelt organisiert. Wir durften es auf einem Kornfeld aufschlagen. Der \u00c4lteste, 17 Jahre alt, bekam \u00fcber uns die Aufsicht. Es war Sommer, wir hatten zun\u00e4chst ein sch\u00f6nes Leben. Wir kochten und a\u00dfen zusammen das, was wir zusammengezaubert hatten und dann spielten, sangen und lernten Gedichte sorglos den ganzen Tag \u00fcber.&nbsp; Als der Winter kam, zogen wir in einem Haus in der Stadt Shamlan bei Beirut. Hier wurden wir normal unterrichtet. Eines Tages, im Monat April 1948, h\u00f6rten wir eine schreckliche Nachricht, dass berittene und bewaffnete j\u00fcdische K\u00e4mpfer der Irgun und des Stern das Dorf Deir Yassin \u00fcberfallen und die meisten Bewohner umgebracht hatten. Sie machten noch nicht mal vor Frauen, M\u00e4dchen und Babys halt. Einige Monate sp\u00e4ter, im Juli 1948, h\u00f6rten wir auch, dass israelische Truppen, massiv und gnadenlos unterst\u00fctzt von schwerer Artillerie und Luftangriffen, unsere Geburtsst\u00e4dte Lydda und Ramla \u00fcberfallen und eingenommen hatten. Viele Menschen wurden vor allem in der Stadt Lydda umgebracht. Die \u00dcberlebenden mussten ihre H\u00e4user zu Fu\u00df verlassen, nachdem man ihnen alles weggenommen hatte. Es war f\u00fcr uns Kinder grausam und unvorstellbar, solche Nachrichten zu erfahren. Denn wir wussten nicht, was mit unseren Angeh\u00f6rigen passiert war. Wir blieben noch circa zwei Jahre im Libanon, bis wieder Ruhe zwischen den Juden und den Arabern einkehrte. Unsere Heimat Pal\u00e4stina wurde inzwischen zweigeteilt: 78% fielen an Israel, 22% an Jordanien. Wir kamen nach Bethlehem, das nun zu Jordanien geh\u00f6rte. Der deutsche Missionar Schneller hat auch in Bethlehem eine Internatsschule und eine Kirche gehabt, dadurch konnten wir hier einziehen.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nach eine Weile wurde Direktor und Pfarrer Hermann Schneller ( Enkelsohn der Gr\u00fcnder) als Deutscher aus der Internierung in Australien entlassen. Er durfte zwar unsere Schule leiten, aber uns&nbsp; die deutsche Sprache&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><strong style=\"font-size: 1rem; font-family: 'Times New Roman', serif;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">nicht&nbsp;<\/span><\/span><\/strong><strong style=\"font-family: 'Times New Roman', serif; font-size: 1rem;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">unterrichten. Daraufhin wurden viele deutsche Kirchenlieder, Marschlieder und sogar Grimms M\u00e4rchen ins arabische \u00fcbersetzt.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir wurden u.a. evangelisch lutherisch erzogen durch Religionsunterricht und Teilnahme am Gottesdienste. Als wir ca. dreizehn Jahre alt waren, wurde uns empfohlen, wie in Deutschland, an einen Vorbereitungskurs zur&nbsp; Konfirmation teilzunehmen.&nbsp;&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><strong style=\"font-size: 1rem; font-family: 'Times New Roman', serif;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir willigten ein, obwohl wir alle in der orthodoxen Kirche getauft waren, aber durch die Vertreibung hatten wir zu der orthodoxen Kirche kein Zugang mehr gehabt.&nbsp;<\/span><\/span><\/strong><strong style=\"font-family: 'Times New Roman', serif; font-size: 1rem;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit 14 Jahren wurden wir in der evangelisch-lutherische Weihnachtskirche in Bethlehem konfirmiert.&nbsp;<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Erst hier in Bethlehem erfuhr ich von Verwandten, die aus Lydda zu Fu\u00df geflohen waren, dass mein Vater und nur zwei von meinen 4 Geschwistern noch am Leben waren und in Ramla geblieben waren. In Ramla d\u00fcrften ca. 1000 Personen, \u00fcberwiegend Christen, bleiben.&nbsp;&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es bestand zwischen Israel und den arabischen Staaten leider keinerlei postalische Verbindung. Durch das Rote Kreuz wurde uns Fl\u00fcchtlingen erlaubt, auf einer Postkarte 36 W\u00f6rter zu schreiben, welche dann an die Angeh\u00f6rigen weitergeleitet wurden. Es dauerte manchmal 3 Monate, bis man eine gute oder eine schlechte Nachricht erhielt. Mein Neffe, der auch mit seinen Eltern aus Lydda zu Fu\u00df gefl\u00fcchtet war und in Ost-Jerusalem unterkam, fuhr in die USA, um dort zu studieren. Jetzt konnte ich die Post nach Amerika senden, und von dort aus leitete er sie nach Ramla \/ Israel weiter und umgekehrt. Trotz all dieser Umst\u00e4nde war ich \u00fcber diesen Umweg erleichtert, denn ich konnte jetzt meiner Familie mehr schreiben und von ihr mehr Informationen, zum Teil traurige, erhalten. Ein Jahr sp\u00e4ter erlaubte man nur den arabischen Christen, w\u00e4hrend des Weihnachtsfestes \u00fcber den Grenz\u00fcbergang \u201eMandelbaumtor\u201c in Jerusalem nach Bethlehem zu reisen. Diese Regelung galt nur f\u00fcr eine Person je Familie, f\u00fcr&nbsp; 36 Stunden. Die H\u00e4lfte der Zeit verbrachte man an der Grenze mit Formalit\u00e4ten und Leibesvisitationen. Ich konnte endlich meinen Vater nach ca. vier Jahren f\u00fcr ein paar Stunden wiedersehen. Ein Jahr sp\u00e4ter schloss ich ihn ein letztes Mal in die Arme, da er kurz darauf starb.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Am Ende meiner Schulzeit wurde ich gefragt, was ich werden m\u00f6chte. Ich \u00e4u\u00dferte meinem Wunsch Elektrotechnik in Deutschland zu studieren.&nbsp; &nbsp;So kam ich mit einem jordanischen Pass im Alter von achtzehn Jahren ohne deutsche Sprachkenntnisse nach K\u00f6ln &#8211; Dellbr\u00fcck in ein Lehrlingsheim . Man hat mir wohl in Jerusalem beigebracht, dass die Deutschen die P\u00fcnktlichkeit lieben.&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">H<\/span><\/span><\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">ier in K\u00f6ln machte ich mit Erfolg eine Elektro-Lehre, dann arbeitete ich bei Firma AEG und Siemens und schlie\u00dflich habe ich in K\u00f6ln Elektrotechnik studiert. Im Jahre 1965 erlangte ich die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit. Nun durfte ich endlich nach ca. 20 Jahren dank meines deutschen Passes meine Heimat Ramla besuchen und meine Geschwister umarmen, die mittlerweile verheiratet waren und eigene Kinder hatten.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als Baby wurde ich in der orthodoxen Kirche in Ramla bei Jaffa getauft, mit 14 Jahren wurde ich in Bethlehem in der evangelisch \u2013 lutherische Weihnachtskirche konfirmiert und 1967 in K\u00f6ln wurde ich katholisch getraut \u2013 ich bin also wahrhaftig ein \u00f6kumenischer Christ. 1970 bekamen wir eine gesunde Tochter. Wir nannten sie Jeannette. <\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ab Juli 1970 bis Juni 1999 arbeitete ich in K\u00f6ln an der Berufsf\u00f6rderungswerk Michaelshoven als Dozent f\u00fcr Elektrotechnik, Elektronik und Mathematik.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Seit 1974 engagiere ich mich f\u00fcr die \u00d6kumene und f\u00fcr die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung hier in K\u00f6ln und im Heiligen Land. Ich habe hier in K\u00f6ln-Chorweiler einer christlich orthodoxen Gemeinde aus Antiochien in der T\u00fcrkei bei der Integration und beim Aufbau der orthodoxen Gemeinde St. Dimitrios (Rum Orthodox) geholfen.&nbsp;Ich habe ihnen beim Erlangen einer Kirche in K\u00f6ln-Bickendorf geholfen, die ich dann mit Ikonostase, Kirchengest\u00fchl, Schr\u00e4nken und einem gro\u00dfen Taufbecken als orthodoxe Kirche eingerichtet habe.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich habe mehrmals in Rodenkirchen f\u00fcr Obdachlose gekocht und im Jahr 2001 habe ich meinen 65. Geburtstag u.a. mit 175 Obdachlosen in K\u00f6ln gefeiert. Ich habe meine G\u00e4ste (die Obdachlosen) gebeten, mir weder Geschenke noch Blumen zu schenken, jedoch nur einen Pfennig .<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Im Heiligen Land habe ich verschiedene Friedensprojekte <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>in Jerusalem, Bethlehem und Hebron mit Material (gebrauchte Wohnheim Ausstattung, M\u00e4hmaschinen, medizinische Apparate, und f\u00fcr Hebron komplette Unterrichtsmaterialien f\u00fcr Elektrotechnik und Elektronik) ausgestattet. Nach dem Libanonkrieg 1982 habe ich mit eine Gruppe Waisenm\u00e4dchen unterst\u00fctzt&nbsp;<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">1985 war mein Wunsch, das Fest der Auferstehung (Ostern) mit meinen Geschwistern und ihren Familien in Ramla zu feiern. Auf dem Weg zur Kirche sind wir an einer verlassenen Bauruine vorbei gekommen. Als ich meinen Bruder nach dieser Ruine fragte, erz\u00e4hlte er mir, dass die orthodoxe Gemeinde im Jahre 1975 angefangen hat, ein Gemeindezentrum zu bauen. Da bekam sie die Auflage, das Haus m\u00fcsse einen bombensicheren Keller haben. Durch diese nachtr\u00e4gliche Auflage und durch die Inflation, konnte das Geb\u00e4ude leider noch nicht mal zum Teil fertig gebaut werden. Daher blieb das Geb\u00e4ude als Ruine 10 Jahre lang stehen. Da meinem Bruder bekannt war, dass ich mich u.a in Libanon f\u00fcr humanit\u00e4re Projekte engagiere, bat er mich, auch den Christen in unserer Geburtsstadt zu helfen, damit sie das Fest der Auferstehung und ihre religi\u00f6se Festlichkeiten w\u00fcrdig und ungest\u00f6rt in den eigenen R\u00e4umen feiern k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Da leider keine M\u00f6glichkeit bestand Spendengeldern zu bekommen,&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><strong style=\"font-size: 1rem; font-family: 'Times New Roman', serif;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">fing&nbsp;<\/span><\/span><\/strong><strong style=\"font-family: 'Times New Roman', serif; font-size: 1rem;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">ich&nbsp; an, orientalische Gerichte f\u00fcr 50 bis 1000 Personen zu verschiedenen Anl\u00e4ssen, von Kindestaufen \u00fcber Hochzeiten bis zu gro\u00dfen Veranstaltungen beim Evangelischen Kirchen und Katholikentagen in ganz Deutschland zu kochen. Somit konnte ich mit Hilfe von Spenden, kirchlichen Kollekten und dem Erl\u00f6s meiner Kochaktionen der christlichen Gemeinde in Ramla helfen, aus einer Bauruine ein Gemeindezentrum und ein Gymnasium f\u00fcr 600 christliche und muslimische Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vom 5. bis 12. Schuljahr zu bauen und einzurichten. Nach der Einweihung des Gymnasiums am 1. 10. 1994 wollte ich mich zu Ruhe setzen, denn ich war inzwischen 58 Jahre alt und neben meiner Lehrt\u00e4tigkeit in den F\u00e4chern f\u00fcr Elektrotechnik, Elektronik und Mathe verbrachte ich viel Zeit mit kochen. Da erz\u00e4hlte mir eine junge Dame, dass das Schulniveau in dem Gymnasium sehr hoch ist und dass die Schule ein hohes Ansehen in der ganzen Umgebung genie\u00dft, aber es fehlt ein Kindergarten und eine Grundschule. Ich \u00fcberlegte kurz und sagte: Du hast Recht, die Kinder fangen nicht erst im Gymnasium an. Ich werde euch helfen beim Bau eines Kindergartens, aber f\u00fcr Juden, Christen und Muslime, damit die Kinder von klein an lernen, friedlich zusammen zu leben, sich gegenseitig zu tolerieren und wertsch\u00e4tzen. So musste ich weiter kochen und Spenden sammeln. Ich wollte einen besonderen Kindergarten bauen, damit auch die j\u00fcdischen Eltern bereit sind, ihre Kinder mit arabischen Kindern zusammen lernen zu lassen. Das Geb\u00e4ude sollte \u00f6kologisch mit Lehmbausteinen gebaut werden. Entworfen wurde es von dem renommierten Lehmbau Experte Prof. Minke, der in der ganzen Welt \u00e4hnliche Geb\u00e4ude gebaut hat, aber nicht in Israel.&nbsp;<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bis Anfang des Jahres 2003 habe ich drei mal vergeblich versucht mein Vorhaben, Bau eines Kindergartens, zu realisieren, aber jetzt, im Nachhinein, bin ich deswegen nicht traurig, denn ich konnte ein viel nachhaltigeres Projekt unterst\u00fctzen und verwirklichen k\u00f6nnen. F\u00fcr mein Engagement f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung und Ann\u00e4herung zwischen den V\u00f6lkern und Religionen wurde ich vom Bundespr\u00e4sidenten Johannes Rau im Jahre 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Um das Ziel der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und des friedlichen Zusammenlebens besonders von Kindern verschiedener Religionen zweckgerichtet zu f\u00f6rdern, wurde am 1. April 2003 der gemeinn\u00fctzige Verein \u201eABRAHAMSZELT \u2013 Freunde und F\u00f6rderer der interreligi\u00f6sen Erziehung von Kindern in Israel e.V.\u201c gegr\u00fcndet.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Seit 2012 setze ich mich als Ritter des Ordens Christi vom Tempel zu Jerusalem f\u00fcr die Christen im Heiligen Land und auch in Syrien ein.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit unserem Verein Abrahamszelt e.V. habe ich bis zum Jahr 2014 das vierte mal&nbsp; versucht ohne Erfolg, den Bau eines bilingualen multikulturellen Kindergartens in Israel zu bauen. Ich bin daher nicht traurig, im Gegenteil, ich bin Gott dankbar daf\u00fcr, dass wir mit dem Geld keine Steine gekauft haben, um einen Kindergarten zu bauen. Die Kinder, solange sie im Kindergarten sind, verstehen sich sehr gut. Sobald sie \u00e4lter sind und den Kindergarten verlassen, gehen die j\u00fcdischen Kinder in die j\u00fcdischen Schulen und die arabischen Kinder gehen in die arabischen Schulen. Ich habe Ende 2013 Kontakt mit der Institution Hand in Hand in Jerusalem aufgenommen. Sie bauen weder Kinderg\u00e4rten noch Schulen, sondern sie errichten Kinderg\u00e4rten und Schulen in leer stehenden Geb\u00e4uden mit der Auflage, dass 50% der Kinder Araber (Christen und Muslime) und auch 50% Juden sind. Die Kinder werden zweisprachig unterrichtet und bleiben zusammen bis zum Abitur. Auch die Eltern m\u00fcssen sich verpflichten, an bestimmten Aktionen zu beteiligen. Die Kinder feiern bestimmte religi\u00f6se Feste auch zusammen. Wir haben unser Vereinsverm\u00f6gen mit der Unterst\u00fctzung des Kindermissionswerks <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.sternsinger.org\/projekte\/afrika\/israel-kindergartenerziehung.html\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>\u201eDie Sternsinger\u201c<\/b><\/span><\/span><\/a><\/u><\/span><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">f\u00fcr ein Projekt zur Finanzierung eines Programms zur Aus \u2013 und Fortbildung f\u00fcr bilinguale und multikulturelle Bildung f\u00fcr Kindergartenpersonal verwendet. Dies wird mit der Einrichtung einer entsprechenden Fachstelle, die durch die Organisation <\/span><\/span><\/span><\/strong><a href=\"http:\/\/www.handinhandk12.org\/\"><span style=\"color: #0000ff;\"><u><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>\u201eHand<\/b><\/span><\/span><\/u><\/span><u><b> <\/b><\/u><span style=\"color: #0000ff;\"><u><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>in Hand\u201c<\/b><\/span><\/span><\/u><\/span><\/a><b> <\/b><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">(Zentrum f\u00fcr j\u00fcdisch- arabische Erziehung in Israel, <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.handinhandk12.org\/\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>www.handinhandk12.org<\/b><\/span><\/span><\/a><\/u><strong><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">) <\/span><\/span><\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">erfolgt, durchgef\u00fchrt. Nachdem unser Vereinsverm\u00f6gen hierf\u00fcr verwendet wurde und die in der Satzung festgelegten Ziele erreicht wurden, haben die Vereinsmitglieder unseren Verein Abrahamszelt e.V Ende 2016 fast einstimmig f\u00fcr die Aufl\u00f6sung des Vereins abgestimmt.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit dem Verm\u00f6gen, das ich vor der Vereinsgr\u00fcndung von Abrahamszelt e.V beim Kindermissionswerk deponiert habe, wurde damit eine Friedensstiftung unter: \u201eJalil Schwarz-Friedenskoch\u201c gegr\u00fcndet. Nun k\u00f6nnen mit den Ertr\u00e4gen und Spenden weiterhin multikulturelle Projekte (Juden, Christen und Muslime) unterst\u00fctzt werden.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es ist bekannt, dass die Juden im Laufe der Geschichte in viele L\u00e4nder der Welt verstreut wurden, einschlie\u00dflich den arabischen. In den arabischen L\u00e4ndern wurden sie \u00fcberwiegend sehr gut behandelt und genossen Gastrecht und B\u00fcrgerrechte. Vor den ersten und im zweiten Weltkrieg dagegen wurden sie aus einigen L\u00e4ndern Europas vertrieben viele von ihnen wurden auf schrecklichste Weise umgebracht. Andere kamen in unsere Heimat Pal\u00e4stina und fanden zun\u00e4chst gute Aufnahme und Zuflucht. Nun haben sie mit Gewalt uns das Land genommen, und hunderttausende von Menschen heimatlos gemacht und uns in viele L\u00e4nder verstreut. Ich habe zum Beispiel Angeh\u00f6rige in S\u00fcd \u2013 und Nordamerika, in Australien, Jordanien, Libanon, Syrien, Israel, \u2013 und ich lebe hier in Deutschland, in Bergheim bei K\u00f6ln.<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><strong><span style=\"color: #444444;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Solange die Pal\u00e4stinenser keinen eigenen Staat und Souver\u00e4nit\u00e4t erhalten, wird es in Israel kein Frieden geben, <\/span><\/span><\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: 'Open Sans', sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">denn ohne Salam gibt es kein Shalom \u2013 und umgekehrt auch !<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\">Mein Traum und Wunsch ist, dass eines Tages im Heiligen Land&nbsp;<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\">Juden, Christen und Moslems (\u201eDie Kinder Abrahams\u201c)<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\">Friedlich miteinander leben und sich gegenseitig<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\">respektieren und wertsch\u00e4tzen<\/span><\/h1>\n<h1 class=\"western\" style=\"padding-left: 30px;\" align=\"center\"><span style=\"color: #008000;\">&nbsp;<\/span><\/h1>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"padding-left: 60px; text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>&nbsp; &nbsp; &nbsp; <\/strong><\/span><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Als Kind die Heimat verloren Geboren wurde ich am 18. August 1936 in&nbsp;Ramla&nbsp;bei Jaffa, Pal\u00e4stina, (seit 1948 Israel) . Als ich sieben Jahre alt war, starb meine Mutter. Sie hinterlie\u00df au\u00dfer mir noch drei \u00e4ltere und zwei j\u00fcngere Geschwister. Daraufhin kam ich in das syrische Waisenhaus, ein von dem deutschen Missionar Schneller gegr\u00fcndetes Internat in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-26","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/26","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/26\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedenskoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}